Alfred Weber und der Sinn des Anthropzäns

„Im gleich Augenblick, da wir die Welt- oder Universalgeschichte zu den Akten legen, erscheint ein neues Thema, eine neue Aufgabe, das Gesichtsfeld beherrschend, vor unseren Augen: der Mensch und die Erde.“ 

„In Deutschland hat Alfred Weber den Abschied von unserem bisherigen, europazentrischen Geschichtsbild am eindringlichsten gefordert und beschrieben. In seinem während der Nazizeit verfassten Buch „Abschied von der bisherigen Geschichte“ konstatiert Weber mit Schrecken, dass gerade `das Abendland in seiner angeblichen kulturellen Höchstentfaltung´ so tief in die Barbarei zurückfallen konnte. Er folgert: `Nur ein neues, universelles Daseinserlebnis kann uns … retten.´ Und zwar nicht zuletzt durch Öffnung gegenüber den anderen `Hochkulturen, die … gänzlich anders … als die abendländische´ sind. `Es kann sehr gut sein, und ist sogar wahrscheinlich, dass andere große, seelisch-geistig und bewusstseinsmäßig anders aufgebaute Geschichtskörper das transzendente Wesen des Menschen abweichend fassen als wir Abendländer – daher auch zu abweichenden Konsequenzen der Verwirklichung gelangen.´“ Gert Kalow